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  • Der natürliche Weg

Welpenerziehung – Erziehung mit besonderen Ansprüchen


Die Erziehung eines Welpen stellt eine besondere Herausforderung dar. Es ist eine Gradwanderung zwischen Bindungsaufbau, Signalvermittlung und Umweltsicherheit.

Hunde sollen in der Zukunft feinfühlig auf Signale und Ansprache des Menschen reagieren und diesem freiwillig folgen. Gegenüber Umweltreizen sollen sie sich robust (nicht sensibel bzw. ängstlich) zeigen. Die Erziehung eines Welpen ist weit mehr als diese mit Artgenossen toben lassen.



Die Anforderungen widersprechen sich im Grunde. Gehen wir hierauf genauer ein. Bindung ist eine Grundvoraussetzung für eine gesunde seelische, geistige und soziale Entwicklung eines Lebewesens. Menschen sind jedoch nicht automatisch die Hauptbezugsperson, denn wir sind zum einen nicht die Mutterhündin und zum anderen auch noch eine andere Spezies. Es muss also eine artübergreifende Bindung etabliert werden. Diese basiert nicht nur auf Erfüllung der Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken und Schlafen. Das Bedürfnis nach Sicherheit sowie nach sozialer Verbundenheit muss ebenso erfüllt werden denn ein stabiles Bewusstsein basiert auf diesen Voraussetzungen. Anerkennung ist die Basis für die Entfaltung individueller Fähigkeiten.


Achten Sie besonders darauf, dass im Unterricht einer Hundeschule der Bindungsaufbau und systematischer Aufbau der Signale im Vordergrund steht. Signale müssen genau durch den Menschen festgelegt und dem Welpen vermittelt werden. Das Motto: der Schüler kann nur so gut sein, wie der Lehrer unterrichtet!



Ab dem Zeitpunkt, an dem das kleine Hundewesen in die neue Familie kommt, ist nichts mehr, wie es war. Alles ist fremd und neu, nichts ist vertraut. Kein Geruch und keine Stimme sind bekannt. Es ist immer wieder erstaunlich, dass Welpen in einem solchen jungen Alter in der Lage sind sich auf diese Situation einzulassen und – in den meisten Fällen – ohne Schaden zu überstehen.


Leider ist diese wundervolle sensible Zeit im Leben unserer 4-Beiner oft geprägt von Missverständnissen.


Die Frage ist also: Was muss ein junger Hund in dieser Zeit lernen?

Als Grundlage für die Beantwortung dieser Frage sind die Lebensumstände der jeweiligen Familie, in die der Welpe hineinwachsen soll. Es muss sehr genau überlegt werden welche Regeln fortan gelten und welche Signale dem kleinen Wesen vermittelt werden. Die ersten Schritte der bindungsorientierten Erziehung durch den Menschen müssen unter dem Motto „Fördern, aber nicht überfordern“ stehen. Es ist leichter ein Verhalten „heraus zu loben“ als ständig unerwünschte Verhaltensweisen zu korrigieren, denn Stress und Überforderung machen dumm!


Neben der Sozialisation auf die belebte und unbelebte Umwelt muss der junge Hund seinen Namen lernen, stubenrein werden und eine Beißhemmung aufbauen. Weiterhin muss er lernen zur Ruhe zu kommen denn zu viel Aktion ist Stress, Entspannung und Schlaf sind existenziell. Außerdem muss er lernen sich überall anfassen zu lassen, Grenzen akzeptieren und allein bleiben können. Die Basissignale sollten jetzt schon aufgebaut werden, diese sind Gehen an lockerer Leine (Akzeptanz von Geschirr und/oder Halsband ist die Voraussetzung), auf Ruf kommen, sich auch unter Ablenkung nach den Bindungs- bzw. Bezugspersonen zu orientieren sowie ein Verbotswort.


Wenn diese Voraussetzungen geschaffen sind steht einem wundervollen gemeinsamen artübergreifenden Leben nichts im Wege.


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